SILENCE III  (Triptychon):
Do Not Speak
2012

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oil/canvas, 120 x 80 cm

The subject of the picture is reminiscent of the still of a movie, captured at a moment of silence, concentration. 


 After nightfall, a woman, her mouth bandaged, sits with bare legs on a large brown/green stone at a pond. Beside her a wolf rests peacefully. The fable of the “bad wolf” mutates to a good protecting animal here. 


The viewer`s glaze sliding from the woman to the animal, is then directed to the right and left along the almost white tree trunks and then loses itself in the dark nothingness of the background. 


It is a subtle play on levels of perception, the visual impression of the painting and that which is only implied: silence as a spiritual experience, the symbolic separation from the demands of daily life, the materialization of time, a dialogue with the anatomy of moments at their extinction, the balance given by a total trust in oneself, the immobility of human and animal. 

The embedding of the scene is clearly structured by the vertical of the leafless birch trees right and left, and by the position of the seated woman. The horizontal is formed by the brown stones, which make the impression of a protective wall against any further water encroaching. The two arms, the slightly spread legs of the woman and the resting wolf meet to form a triangle. 


All forms are distinctly contoured and complement each other to a characteristic artistic rhythm. The scene is enlivened by very fine light reflections from the dress of the woman, the trees, the water and the fur of the wolf. The colour of the painting is held in opalescent shades of green with accents of brown and red, which repeat in the dress of the woman in the fur of the wolf and the water reflections. 

The statement of the picture lies in its concentration on themselves but few expressive moments: The woman looking directly out of the picture is all the more intense because of her bandaged mouth; the protective role of the wolf as a speechless associate. 
Does not  “Not being able to speak” even intensify the other senses?  Not being able to speak, to cry out at any occurring hazards such as rising water or of a predator is another aspect of the interpretation. 
Why at all does the protagonist want remain in the water in this pose? Is she blocking the sensation of the coldness of the water in order to retreat completely into her being? The picture refuses a clear answer.

The work is a harmonious composition of related individual items. Each individual element retains its identity and nevertheless merges it with the whole; it combines seemingly independent layers of reality with sensualist realism. 
 

©Helga-Isabella Lorentz, art historian

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 Das Sujet des Bildes erinnert an das Standbild eines Films, festgehalten in einem Moment der Stille, Konzentration. Nach Einbruch der Nacht sitzt eine Frau mit verbundenem Mund, mit nackten Beinen auf einem großen braun/grünen Stein an einem Teich. Neben ihr ruht friedlich ein Wolf. Hier mutiert die Fabel vom „bösen Wolf“ zum guten  beschützenden Tier. 
   Der Blick des Betrachters gleitet von der Frau zum Tier, wird dann weiter rechts und links entlang der fast weißen Baumstämme gelenkt, um sich dann im dunklen Nichts des Hintergrundes zu verlieren.

   Es ist ein subtiles Spiel mit Ebenen der Wahrnehmung, der Visibilität des Gemäldes und dem Da

hinter: Der Stille als spirituelles Erleben, der symbolischen  Abgrenzung von den Anforderungen des täglichen Lebens, der Materialisierung von Zeit,  dem Zwiegespräch mit der Anatomie von Augenblicken in ihrem Verlöschen, der Ruhe vollkommenen Vertrauens in sich selbst, der Bewegungslosigkeit von Mensch und Tier.

Die Einbettung der Bildszene ist klar strukturiert mittels Vertikalen der blätterlosen Birken rechts und links sowie durch die Haltung der sitzenden Frau. Die Horizontale bilden die braunen Steine, die zum Teil wie ein Schutzwall gegen eventuell weiter eindringendes Wasser wirken. Die beiden Arme und die leicht auseinander gestellten Beine der Frau sowie der ruhende Wolf treffen sich zu einem Dreieck. 
Alle Formen sind fest konturiert und ergänzen sich zu einem eigenen bildnerischen Rhythmus.

Die Szene wird durch äußerst feine Lichtreflexe im Kleid der Frau, den Bäumen, Wasser und dem Fell des Wolfes belebt. Farblich ist das Gemälde in opaleszierenden Grüntönen gehalten mit Akzenten von Braun und Rot, die sich auch im Kleid der Frau, im Pelz des Wolfes und der Wasserspiegelung wiederholen. 
 
Die Aussage des Bildes liegt in der Konzentration auf wenige ausdrucksstarke Momente:   Der direkte Blick der Frau, der aufgrund des verbundenen Mundes umso intensiver wirkt, das „Beschützende“ des Wolfes als stummer Gesellschafter. Beinhaltet „Nicht sprechen zu können“ nicht auch Verschärfung der anderen Sinne? Nicht zu sprechen, zu schreien  bei eventuell auftretenden Gefahren durch z. B. steigendes Wasser oder den Angriff eines Raubtieres ist ein anderer Aspekt der Interpretation. Was bewegt die Protagonistin überhaupt, in dieser Haltung im Wasser zu verharren? Blendet sie die Kälte des Wassers aus, um sich ganz in ihr Sein zurückzuziehen? Das Bild verweigert die eindeutige Antwort. 

 

Das Werk ist eine harmonisch aufeinander bezogene Komposition der Einzelteile. Jedes einzelne Element bewahrt seine Identität und verschmilzt doch mit dem Ganzen;  es vereint scheinbar nicht zu einander gehörende Ebenen der Realität mit sensualistischem Realismus.

 

©Helga-Isabella Lorentz, Kunsthistorikerin

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