THE VIOLINIST
2011

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oil/canvas, 190 x 125 cm

The superficial of the picture lies in the devoted violin play of the young woman without being conscious of the danger standing on the edge of a precipice.  The crumbling projection on a wall without protective barriers becomes her stage.

Central component of artistic dramaturgy is the magic of the moment as a deepening mediator in contrast to the dreary backyard idyll.  A dreaming step forward and she plunges into the rough reality torn out from her magical world.

The face expression the hands of the protagonist are characterized by sensibility. She is placed sovereignly in the picture field. The features are not very distinctive. It surrounds her an aura of reality. The time and reality levels are woven to a whole.

 

The composition produces an area of tension between the sadness of the vicinities and  the protagonist who dominates the pictorial space despite her delicateness, the beautiful  play instruments, the fall out of the reality.

Absorption of the play, this slipstream, this mood of a slight, quiet, inward-looking magic, this timeless moment is a fantastic counter-world to the determined rules of everyday life for the waitress. The apron refers to her professional activity.

 

The contrasting two intrinsic components of the picture are on the one hand the self oblivion of the woman, stopping in the movement and on the other hand the crumbling projection on a wall without a grid, the only visible reference to the outer area.   It is also a coincidence from distance and closeness - a possible listener - and a cosy invisibility of       the woman.

The musician is put into a strict vertical frame;  a kind of play with areas like the vertical walls which only are interrupted by the horizontal projection on a wall.

 

The picture zones are assimilated by colour values delimit nuances from each other. The hues extend from the brightest one up to the darkest umber up to the beige/yellow of the walls. Ocher and blues accent the harmony of the composition. The broken white the waitress apron repeats in the two window frames while the light blue of the jacket repeats in the sneakers. The warm brown of the violin forms a contrast to the pink/reddish complexion of the violin player.  Violin and head melt together almost like a caress.  Intensive colour shades are set with the brightness of light. The work shows a harmony of the colour values, a picturesque line of form and contents.

 

The composition contains besides the quiet and emphatic realism in everyday life the contemplation as an inherent element, the intensity of staying the magic of the moment.

©Helga-Isabella Lorentz,  art historian

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Das Vordergründige des Bildes liegt im hingebungsvollen Violinespiel der jungen Frau, ohne sich der Gefahr des Abgrundes bewusst zu sein. Der bröckelnde Mauervorsprung ohne Schutzgitter wird für sie zur Bühne.

Zentraler Bestandteil der künstlerischen Dramaturgie ist die Magie des Augenblicks als vertiefender Mittler zur tristen Hinterhof Idylle. Ein träumender Schritt und sie stürzt – herausgerissen aus einer für sie magischen Welt – in die raue Wirklichkeit hinab.

Die Mimik, die Hände der Protagonistin sind geprägt von Sensibilität. Sie ist souverän im Bildraum platziert. Die Gesichtszüge sind nicht sehr ausgeprägt. Es umgibt sie eine Aura von Wirklichkeit. Zeit- und Wirklichkeitsebenen werden zu einem Ganzen verwoben. 

 

Die Komposition erzeugt ein Spannungsfeld zwischen der Tristesse der Umgebung und für die Protagonistin, die trotz ihrer Zartheit den Bildraum beherrscht, das Schöne des Musizierens, das Abtauchen aus der Wirklichkeit.

Versunkenheit des Spiels, dieser Sog, diese Stimmung von leichter, ruhiger, in sich gekehrter Magie, dieser zeitlose Moment ist eine phantastische Gegenwelt zum Reglement bestimmten Alltag der Kellnerin. Die Schürze verweist auf ihre berufliche Tätigkeit.

 

Die gegensätzlichen zwei bildimmanenten  Komponenten  des Bildes sind einerseits die Selbstvergessenheit der Frau, das Innehalten in der Bewegung und andererseits der bröckelnde Mauervorsprung ohne Gitter, dem einzig definierten Hinweis auf den Außenraum.

Es ist auch ein Zusammentreffen aus Distanz und Nähe – eines eventuellen Zuhörers - und einem intimen Unbeobachtetsein der Frau.   

Die Musikantin ist eingefügt in einen strengen vertikalen Rahmen;  eine Art Spiel mit Flächen wie den vertikalen Mauern, die nur durch den horizontalen Mauervorsprung unterbrochen werden.       

 

Die Bildzonen werden durch Farbwerte angeglichen, setzen Nuancen von einander ab. Die Schattierungen erstrecken sich vom hellsten bis zum dunkelsten Umbra bis hin zum hellen beige/gelb der Mauern. Ocker und Blau akzentuieren die Harmonie der Komposition. Das gebrochene Weiß der Kellnerinnenschürze wiederholt sich in den beiden Fensterrahmen, während das helle Blau der Jacke sich in den Turnschuhen wiederholt. Das warme Braun der Violine bildet einen Kontrast zum rosa/rötlichen Inkarnat der Violinspielerin. Violine und Kopf verschmelzen fast wie eine Liebkosung miteinander. Intensive farbliche Schattierungen werden mit dem Lichteinfall gesetzt. Das Werk zeigt einen Gleichklang der Farbwerte, eine malerische Linie von Form und Inhalt.

 

Die Komposition beinhaltet neben dem ruhigen und doch eindringlichen Realismus der Alltäglichkeit, die Kontemplation als inhärentes Element, die Intensität des Verweilens, die Magie des Augenblicks.

©Helga-Isabella Lorentz, Kunsthistorikerin

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